Jacopone
da Todi wurde etwa zwischen 1230 und 1236 geboren. Er war Poet und Mystiker
und berühmt für seine "Laude". In der Literatur wird sein
Werk dem von Dante gleichgestellt. Leider war er aber kein einfacher Zeitgenosse.
Von der Kirche wurde er, nach einem Streit mit Papst Bonifacio VIII,
zu einem Ketzer erklärt, exkomunizierte und in den Kerker von San
Fortunato in Todi gesperrt. Er wurde nie rehabilitiert und galt bei den
Weltlichen als bigottisch. Alles in allem ist er ein "vergessener religiöser
Dichter". Trotzdem bleibt Jacopone da Todi ein beeindruckender Mensch und
Dichter, geschätzt von der Kirche und weltlichen Künstlern. Berühmt
ist seine Laudatia "Stabat Mater" gesungen in der ganzen Welt, in allen
Sprachen und kaum ein Karfreitag kommt ohne diese Worte aus.
In Todi
sind die Gebeine Jacopones nahe dem Tempel San Fortunato, im höchsten
Teil des Städtchens Todi aufbewahrt. Angrenzend an San Fortunato,
im heutigen Gymnasium "Jacopone da Todi" war Jacopone eingekerkert.
Aus
erst kürzlich wiederentdeckten Dokumenten erfährt man, dass Jacopone
de Benedetti, besser bekannt als Jacopone da Todi möglicherweise in
der kleinen Gasse "Contrada di San Silvestro" geboren wurde. In der kleinen
Kirche, jetzt restauriert, befindet sich ein Affresco mit Jacopone, der
mit Jesus spricht. Vom Platz "Piazza del Popolo" Richtung "Palazzo
dell'Arti" geht eine Gasse, absteigend bis zur Kreuzung Via Cesia,
in der man den schönen Brunnen "Fonti di Scarnabecco", römische
Ecken (Ex Mercato Vecchio) findet. Schließlich endet der Weg
in der Via Roma, ein wenig oberhalb der Kirche San Silvestro. Gegenüber
der Kirche San Silvestro ist der Eingang in die "Contrada di Santa Maria",
wo
- dort
befindet sich die Kirche Santa Maria - sich ein kleines Fresco mit
einer "Madonna mit Kind" befindet, dass auch den Mönch Jacopone und
zwei weitere Mönche darstellen zu scheint. Im Inneren der Kirche befindet
sich eine wundervolle, hölzerne Statue der Mutter Gottes aus dem XII
Jahrhundert. Unter der Kirche findet man eine etruskische, römische
Sammlung, zusammengetragen on dem Experten Mario Pericoli, Pfarrer von
Santa Maria. Die Kirche verlassend erreicht man den Parkplatz der Kirche
"Bramante", wo man einen "Minibus" zurück zum Platz des Volkes nehmen
kann.
(Todi – Collazzone)
Von
Todi nimmt man die Hauptstrasse Richtung Perugia und die Abfahrt "Marsciano/Collazone"
. In Collazone gibt es eine kleine hübsche Kirche mit einer hölznernen
Statue aus dem XIV Jahrhundert. Das Kloster von "San Lorenzo", einst ein
Clarissenkloster, wo Jacopone nach seiner Haftentlassung starb ist gleich
ausserhalb der Stadtmauern. Schwierig ist es, diesen Ort zu besichtigen,
da man nur schwer denjenigen findet, der den Schlüssel zu der Krypta
von Jacopone hat. Trotzdem ist es einen Besuch allein wegen der Kirchenfront
wert. Von Collazione aus geht es weiter Richtung Deruta, einem kleinen
Dorf, dass sehenswert ist aufgrund seiner mit Maiolifließen verzierten
Häusern. Im Zentrum gibt es auch ein kleines Museum der Keramik und
in der Pinakothek ein schönes Gemälde von Perugia. Von Deruta
aus geht es weiter talwärts in Richtung neue Zone von Todi, wo man
in die Straße Richtung Casalina fährt. Bevor man jedoch
in Casalina ankommt, sollte man noch einen kleinen Stopp im Santuario der
"Madonna dei Bagni" einlegen, wo, im Inneren der Kirche, wunderbare Danksagungen
in Majolikfließen zu bewundern sind. Ein bewunderswertes Partikular
ist ohne weiteres ein Wasserbrunnen, (ein ganz kleiner Wasserquell) der
sich im kleinen Wäldchen rechts vom Santuario befindet. Zurück
zur Hauptstrasse, von Casalina aus erreicht man Ripa Bianca, bekannt für
seine Vasen aus Terracotta. Man kann auch beim Bearbeiten der Vasen zusehen.
Einfach fragen. Einer, der noch die alten Öfen mit Holzbefeuerung
benützt, ist Herr Berti und hier gilt einfach: Hingehen, zuschauen,
fragen und eine tolle Terracottavase kaufen.